28.12.2024
50 Jahre NürnbergMesse
16/22

Ausflug in die Zukunft

„Nürnberg ist eine tolle Messestadt“, sagt Dr. Thomas Koch. Er ist bei der Nürnberg-Messe für das „Group Development“ zuständig. Die NürnbergMesse, so meint er, fungiert quasi als ‚das Tor zur Welt‘“.

Absolute Kundenorientierung steht für „Business-Developer“ Dr. Martin Kassubek im Fokus. Er sagt: Wir müssen uns in Präferenzen, in Bedürfnisse, in Zukunftsszenarien hineindenken.

Dieser Text ist ein Exzerpt aus dem Buch „Messe. Stadt. Nürnberg. – The spirit to grow”. Autorin: Katharina Raab

Dr. Thomas Koch (TK) und Dr. Martin Kassubek (MK) lassen sich vom Zukunftsmuseum inspirieren, um über Strategien zu sprechen. Zwischen Raumstation-Modellen und Alien-Telefonen fragen sie sich: Wie sieht der Planet NürnbergMesse künftig aus? 

MK: Was man hier sieht: Es ist nicht nur ein Museum, es ist ein Erlebnisraum. Und so verändern sich auch Messen. Das geht weg vom reinen Standbuchen, Vor-Ort-Sein und danach wieder abreisen. Das geht stark in Richtung Erlebnis. Es ist nach wie vor ein physisches Erleben. Trotzdem brauchen wir ein digitales Ökosystem, um es erlebbar zu machen. Diese Mischung aus digitalem und physischem Erleben ist die Zukunft. 

TK: Es geht um den Plattform-Gedanken. Konkret ist es unser Ziel, für Industrien die zentralen Marktplätze anzubieten. Und dies gelingt nur, wenn wir das „Ohr an den jeweiligen Branchen“ haben. 

Der Ausstellungsbereich „System Stadt“ zeigt ausufernde Technologien und optimierte Infrastruktur. Wachstum und Profitabilität beschäftigen auch die NürnbergMesse. Wie viel Spielfreude muss trotzdem sein? 


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MK: Wir müssen profitabel sein, um um weiter in Innovationen investieren zu können. Nur so können wir auf die richtigen Märkte setzen, die richtigen Kunden finden und die richtigen Produkte und Lösungen entwickeln. Wir haben heute ein super Set an Möglichkeiten – in Nürnberg wie auch global. Wir haben uns unser eigenes Ökosystem aufgebaut. Ich gehe aber auch bewusst in Netzwerke, die für uns thematisch weit weg sind und komplett andere Ansätze haben, um neuen Impulsen zu begegnen. 

TK: Dieser Blick über den Tellerrand ist enorm wichtig. Die NürnbergMesse erwirkt einen messbaren Mehrwert für die Region und bringt Gäste aus aller Welt nach Nürnberg. Gleichzeitig sind wir in vielen Regionen der Welt präsent – also eine Plattform in beide Richtungen. Natürlich steht Nürnberg für Bratwürste und Lebkuchen. Wir sollten aber aufpassen, dass wir nicht auf traditionelle Klischees reduziert werden. Nürnberg ist eine tolle Messestadt und die Messe fungiert quasi als „das Tor zur Welt“. Genauso progressiv sind dies aber auch das Zukunftsmuseum, der Zollhof – es gibt bei uns viele spannende Institutionen, die für „das moderne Nürnberg“ stehen. 

Im Bereich „Körper und Geist“ gibt es optimierte Menschen und „Wunsch-Babys“. Für die NürnbergMesse ist klar: Es geht nicht um Wunschkunden, sondern um Kundenwünsche. 

TK: Wir haben den Anspruch, für den Kunden ein Erlebnis zu kreieren. Deshalb hat das Thema Kundenzentrierung intern auch deutlich an Bedeutung gewonnen und wir haben uns verstärkt die Frage gestellt: Welchen Mehrwert bieten wir für den Kunden? Das ist für mich also ein wichtiges Kulturthema mit Blick auf unsere eigene Organisation. 

MK: Es ist eine herausfordernde Aufgabe von Unternehmen, kundenorientiert zu sein. Du musst dich in Präferenzen, in Bedürfnisse, in Zukunftsszenarien hineindenken. Die NürnbergMesse war vor 50 Jahren ein Startup, das in Nischenmärkten innoviert hat. Kundenorientierung heißt eben auch, Lösungen für den Kunden zu diskutieren und nicht festzuschreiben, sondern etwas anzubieten und agil zu bleiben. 


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TK: Auch im Bereich Technologie ist es wichtig, vom Kunden her zu denken. Wenn er Aufträge generiert, Kontakte, neue Ideen und Inspiration gewinnt, dann kommt er gerne wieder. Deshalb bleibt es eine Daueraufgabe, zu überlegen, wie und wie schnell sich Technologien künftig in den Alltag integrieren lassen. Scheuklappen helfen dabei nicht, sondern Offenheit für das Neue und die Chancen. 

MK: Die Lernkurve der Technologien ist so steil, dass man zwangsläufig damit in Berührung kommt. Wir müssen mit Menschen arbeiten, die sich da rantrauen, die als Multiplikator neue Impulse in unsere Company bringen, die Teil der Diskussion sind. Das Thema Wissensmanagement ist nicht umsonst Teil unserer Mission. Wir sind ein Marktplatz des Wissens. 


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