Die NürnbergMesse richtet ihr unternehmerisches Handeln nach den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen aus. Damit bekennt sie sich, unter anderem in den Bereichen Energie, Umwelt und Soziales ebenso ressourcenschonend wie weitblickend zu handeln. Folgerichtig ist das ehrgeizige Ziel: bis zum Jahr 2028 CO2-neutral in der Energieversorgung sein.
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Strom produzieren, Energie sparen
Aus der Luft betrachtet, sind die Messehallen in Langwasser eine riesige Landschaft aus flachen Dächern. Nicht alle Flächen eignen sich allerdings gleichermaßen für die Bestückung mit Photovoltaik-Modulen und damit zur umweltfreundlichen Stromproduktion. „Wir installieren auf allen neuen Hallen Module“, erklärt Eckehard Wohlgenannt, Umwelt- und Energie- Manager der NürnbergMesse. Bei den Hallen aus dem Jahr 1974 sei die Tragfähigkeit der Dächer leider nicht ausreichend. Bis Sommer 2025 sollen auf 40.000 Quadratmetern Module die Kraft der Sonne einfangen. Diese Fläche entspricht ungefähr sechs Mal der Größe des Spielfelds im benachbarten Max-Morlock-Stadion. Zur optimalen Nutzung tragen unter anderem Drohnenflüge bei, bei denen mit Wärmekameras beschädigte Module identifiziert werden. Die tägliche Grundlast des Messegeländes kann so regenerativ gedeckt werden. Zu den Spitzenzeiten der Veranstaltungen reicht es noch nicht. „Ziel ist es, etwa ein Drittel des gesamten Bedarfs abzudecken“ erläutert Wohlgenannt. Um den Strom möglichst selbst zu nutzen (und in Überschusszeiten nicht ins Netz speisen zu müssen) werden Großbatterie-Speicher mit 7 MWh genutzt. Außerdem testet die Messe neue Technologien, um das Energiemanagemet zu optimieren: So soll beispielsweise ein Elektrokessel den bisherigen Gaskessel ersetzen.
90 Prozent Fernwärme
Bereits jetzt werden die Hallen zu 90 Prozent mit Fernwärme beheizt. Sollte das in Spitzenzeiten einmal nicht ausreichen, kann zugeheizt werden. Dass dies so selten wie möglich nötig wird, dafür sorgen viele Maßnahmen zur Verbesserung der Energieffízienz in und an den Gebäuden. So haben die Glasfronten der neuen Hallen eine Wärmeschutzverglasung mit schwarzen Punkten in den Scheiben, damit Wärme nach innen reflektiert wird. Ohnehin verbrauchen die neu gebauten Hallen erheblich weniger Energie.
Messen reduzieren Einzelreisen
Dass Messen CO₂-Emissionen einsparen – trotz der vielen anreisenden Aussteller und Besucher – belegt die Studie des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA mit dem Titel „Mehrwert von Messebesuchen: Wie Einzelreisen vermieden werden“. Demnach hatten die Befragten bei Messen durchschnittlich 13,1 Geschäftskontakte pro Tag, wobei über ein Drittel dieser Kontakte ohne den Besuch der Messe zu zusätzlichen Reisen geführt hätten. Internationale Gäste haben sogar 17,8 Geschäftskontakte pro Tag. Das bedeutet, dass pro Besucher und Tag durchschnittlich 5,1 separate Reisen vermieden werden.
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Soziale Nachhaltigkeit
Zur Nachhaltigkeit eines Unternehmens gehört auch die Verantwortung für die Mitarbeitenden. Programme zur Stärkung und Erhaltung der physischen und psychischen Gesundheit, gesunde Verpflegung im Mitarbeiterrestaurant, sind nur einige der Angebote. Besonderes Anliegen ist den Verantwortlichen der NürnbergMesse die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatem. Hierzu werden Kinderbetreuungsplätze, Notbetreuung, Pflegeplätze und Beratungsangebote vermittelt sowie die Betreuung von Schulkindern an Feiertagen oder Ferienbetreuung angeboten.
Beruf und Familie
Die NürnbergMesse bietet auch Möglichkeiten für flexibles Arbeiten im Home Office oder mobiles Arbeiten im EU-Ausland sowie individuelle Teilzeitmodelle.
Förderprogramme wie „Jump“ für weibliche Nachwuchs-Führungskräfte und ein Austausch-Programm mit Kollegen an anderen Standorten sollen zudem für mehr Chancengleichheit und kulturelle Vielfalt sorgen. Die Internationalität der Belegschaft wächst indes kontinuierlich: aktuell sind Mitarbeitende aus 50 Nationen bei der NürnbergMesse beschäftigt.
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Soziales Engagement
Ehrenamtliches und soziales Engagement unterstützt die NürnbergMesse durch Sonderurlaub und Partnerschaften mit sozialen Einrichtungen wie dem gemeinnützigen IT-Unternehmen AfB social & green IT (Spezialist für Kreislaufwirtschaft) oder der Noris Inklusion. „Soziale Nachhaltigkeit ist uns ebenso wichtig wie ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit“, sagt die Leiterin Nachhaltigkeit, Tanja Rätsch. Dazu zählt die Barrierefreiheit des Geländes. Weitgehend sind alle Ebenen mit Aufzügen erreichbar, die neuen Hallen 3A und 3C verfügen ebenso wie die Brücke vom U-Bahnhof auf den Vorplatz über ein Blindenleitsystem und die meisten Treppen sind kontrastreich gestaltet. Natürlich sind flächendeckend Toiletten für Menschen mit Einschränkung vorhanden.
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Auf dem Vorplatz neben dem ehemaligen VAG-Häuschen befindet sich eine Info-Säule für Menschen mit Einschränkung. Hier können via Sprechverbindung Service-Leistungen angefordert werden. Ganz aktuell: Das Bürogebäude am Eingang Mitte wird modernisiert und dabei barrierefrei gestaltet, die Maßnahmen sollen von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert werden. Apropos Zertifikate: Die NürnbergMesse ist die erste Messegesellschaft, deren Umweltmanagementsystem sowohl nach ISO 14001 als auch das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zertifiziert ist.
100 Ladepunkte
Auch die Aussteller und die Messe- Besucher können dazu beitragen, CO₂ einzusparen. Oftmals ist im Messe-Ticket die Fahrkarte für den ÖPNV enthalten. Und für einige Veranstaltungen gibt es ein vergünstigtes Bahn- Ticket. Und wer mit dem E-Auto den Weg nach Langwasser findet, kann sein Fahrzeug an einem der 100 Ladepunkte auf dem Gelände anschließen; zudem gibt es einen Charging-Hub mit einer Schnelllade-Möglichkeit. Bis 2025 sollen weitere rund 100 Ladepunkte entstehen, die auch öffentlich zugänglich sein werden.
